Richtig Packen

Seine sieben Sachen für den Radurlaub einfach in zwei Taschen stopfen und fertig? Besser man weiß, welches Gepäckstück in welcher Tasche steckt. Und auch beim Fahren mit Gepäck gibt es einiges zu beachten.

Weniger ist mehr – das Motto gilt auch bei Radreisen, denn jedes Mehrgewicht senkt die Fahrfreude. Zu wissen, was wirklich im Radurlaub gebraucht wird, ist schon mal die halbe Miete. Da hilft ein Blick auf die ADFC-Checkliste  für den Fahrradurlaub. Nicht nur für den Fahrspaß, auch für die Versicherung gilt: Das zulässige Gesamtgewicht des Fahrrads (Fahrrad plus Gepäck und Fahrer) findet sich in der Bedienungsanleitung und sollte nicht überschritten werden. Zur Kontrolle kann man sich sich auf eine Waage stellen und das komplett bepackte Fahrrad anheben.

Auch die Höchstbelastung des Gepäckträgers und, so vorhanden, des Lowriders am Vorderrad sind vorgegeben. Der Aufdruck am Gepäckträger zeigt das maximale Gewicht an, das zwischen 20 und 40 Kilogramm liegen kann. Bei Vorderradgepäckträgern, auch Lowrider genannt, sollte man sich auf maximal fünf Kilo pro Tasche beschränken.
Wer kein Leichtgewicht ist und mit Gepäck die Angaben des Radherstellers deutlich überschreitet, dem hilft ein Reiseanhänger. Im hügeligen Gelände höchstens 25 Kilo Gepäck – immer gesichert und rutschfest – im Trailer unterbringen. Da auch den Bremsen beim Gepäcktransport viel abverlangt wird, müssen Beläge und Einstellung in Ordnung sein.

Reisen mit Lowrider

Vorderradgepäckträger mit entsprechenden Taschen sind auch bei weniger Gepäck eine gute Idee: Das Rad läuft ausgeglichener und sicherer mit einer Gewichtsverteilung von etwa einem Drittel vorne und Zweidritteln hinten. Konzentriert sich die Last zudem auf Höhe der Radachsen, fährt sich das Rad ausgewogener und lässt sich ruhiger steuern. Das erhöht die Sicherheit in Kurven und beim Bremsen.
Grundsätzlich sind die heute üblichen wasserdichten Fahrrad-Gepäcktaschen mit Aufhängesystem die erste Wahl. Die Haken der Taschen sollten zum Durchmesser der Trägerstreben passen. Hersteller liefern Ausgleichshülsen mit. Sie verhindern, dass die beladene Tasche am Träger wackelt.
Die Schwingsicherung am unteren Teil der Tasche muss so eingestellt sein, dass sie in einen Trägerholm greift. Mit Spanngurten sollten nur leichte Taschen oder Gepäckstücke wie das Zelt oben auf dem Träger befestigt werden.

In welche Tasche kommt was?

Für die Verteilung in den Packtaschen gilt: Schweres und selten Gebrauchtes wie Ersatzschuhe und Werkzeug nach unten und möglichst zur Radmitte hin packen – ein tiefer Schwerpunkt nahe der Achse des des Laufrads sorgt für mehr Fahrspaß. Taschen sollten links und rechts etwa gleich schwer sind.
Oft Gebrauchtes wie Regenjacke und Windweste sollten leicht erreichbar oben in der Tasche oder in Aufsatztaschen verstauen sein, die an einigen Radtaschen zusätzlich angebracht werden können. Für Müsliriegel, Kamera, Schlüssel, Papiere, Geld, Radkarte oder gerade nicht genutzte Radhandschuhe sind Lenkertaschen geeignet.

Systematisch packen

Links die Socken und rechts die Radhose? Es lohnt sich, Sachen, die zusammen gebraucht werden, auch in eine Tasche zu stecken. Verschiedenfarbige Plastik- oder Stoffbeutel helfen dabei, dass Zusammengehöriges auch zusammenbleibt. Plastiktüten sind ein guter Tipp für nasse Badesachen – sie sollten aber bei der nächsten Möglichkeit an der Luft trocknen.
Mit Lowrider-Taschen verschafft man sich noch mehr Überblick. Beispielsweise können Sachen, die selten genutzt werden, in eine Tasche – mit etwas Glück muss man sie nur selten öffnen. Kocher und Kochgeschirr, aber auch kompakte Schlafsäcke und Isomatten passen ebenfalls in die Fronttaschen.
Wenn es ans Beladen des Fahrrads geht, gilt: Erst die linke, dann die rechte hintere Tasche einhängen, sonst kippt das Rad. Vorne umgekehrt. Gegen Standschwierigkeiten mit Lowrider-Taschen kann ein höhenregulierbarer Hinterbauständer oder ein Lowrider mit eigenem Ständer helfen.

Tipp

Direkt nach dem Urlaub auf den Packlisten streichen, was nicht gebraucht wurde und ergänzen, was gefehlt hat. Mit gut gepflegten Packlisten gewinnt die Planung des nächsten Urlaubs gleich an Struktur.

An alles gedacht?
Schauen Sie doch nochmal in die ADFC-Checkliste.

Bilderquellen v.o.n.u.: www.pd-f.de_Paul Masukowitz, www.pd-f.de_Kay Tkatzik